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Wenn
man am Abend die Baobab-Allee bei Morondave entlanggeht, hört man
Kinderlachen, obwohl vielleicht gar keine Kinder zu sehen sind.
Du fragst, warum das so ist? Nun ja, das erzählte mir ein alter Mann
so:
An
der Baobab-Allee lag zwischen Reisfeldern ein kleines Dorf. In diesem
Dorf gab es viele Kinder. Früh am Morgen, wenn der erste Hahn krähte,
gingen sie mit ihren Eltern in die Reisfelder arbeiten. Eine harte Arbeit,
die die kleinen Rücken fast krumm werden ließ. Den ganzen Tag
aber, während der Arbeit im saftigen, hellen Grün der Reisfelder,
waren ihre Gedanken schon beim Abend. Dann trafen sie sich mit den anderen
Kindern des Dorfes und spielten Versteck hinter den riesigen Stämmen
der Baobabs. Die waren damals freilich noch nicht ganz so dick wie heute,
aber den Kindern erschienen sie schon sehr groß. Manchmal versteckte
sich ein Kind sogar in den Ästen der Baobabs. Die Allee war erfüllt
vom Lachen der Kinder. Und die Bäume brauchten dieses Lachen. Mit
dem Lachen konnten sie wachsen und sich strecken. Sie ließen sich
gern streicheln von den kleinen Händen. Vielleicht sind die Kinder
heute schon längst groß und in die Städte gezogen. Ihr
Lachen aber, ist bis heute in den Bäumen. Und am Abend, wenn man
durch diese Allee der zärtlichen Riesen läuft, kann man es hören...
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